Fjällräven Classic 2016 – Teil 3

Kebnekaise Fjällstation

Nach unserem entspannten Frühstück am Canyon schultern wir schnell unsere Rucksäcke und brechen wieder auf, wir haben schließlich „eine Mission“. Diese stetig vor Augen treffen wir laut meinem Wanderbuch um 9:41 am Checkpoint Kebnekaise Fjällstation ein. Dort treffen wir einige Leidensgenossen wieder die wir bereits am Camp Ripan bzw. am Start in Nikkaluokta kennengelernt haben.

Kebnekaise Fjällstation

Da wäre zum einen Martin dessen wirklichen Namen wir nicht kennen. Er ist bereits das X-te Mal als Teilnehmer der Classic dabei, spricht schwedisch und erzählt uns vor dem Start einiges zur Strecke und den Rahmenbedingungen. Es gibt einige Streckenabschnitte auf denen das Trinkwasser knapp ist, daher sind Tipps wann die Flaschen bis zum Rand gefüllt werden müssen durchaus hilfreich. Außerdem lässt er die komplette Tour recht harmlos klingen was uns die Angst vor dem Unbekannten ein wenig nimmt. Hier an der Kebnekaise Fjällstation treffen wir ihn mit einer total zerfetzten Regenhülle für den Rucksack – und es schüttet wie aus Kübeln. Im ansässigen Shop der Fjällstation gibt es einiges zu kaufen, nur keine Regenhülle. Kurzerhand baut er aus einem Poncho und Panzerband eine provisorische Hülle die wohl den Rest des Weges halten werden muss.

Daneben treffen wir auch die Truppe aus Bayern wieder mit denen wir uns vor der Abfahrt zum Start im Camp Ripan bereits unterhalten haben. Die Vier sind – genau wie wir – froh über die Möglichkeit sich unter das Dach der Hütte zu stellen und kurz zu trocknen bevor es weitergeht. Kurz danach trifft auch noch eine Gruppe Schweizer und Schweden ein mit denen ich mich kurz unterhalte. Sie haben sich letztes Jahr bei der Classic kennengelernt und treten nun als Team Cariboo gemeinsam an. Von ihnen bekommen wir zum Frühstück auch ein paar Gummibärchen die neue Energie für den nächsten Streckenabschnitt liefern.

Aufbruch nach Sälka

Als die Wolken aufreißen und der Regen nachlässt schnappen wir uns schnell unsere Rucksäcke und laufen weiter in Richtung des Checkpoint Singi. Kaum kommt der Checkpoint um etwa 16 Uhr mit seinen großen blauen Zelten in Sichtweite können wir unser Mittagessen bereits riechen. Die Veranstalter haben dort leckere Wraps aus Teigfladen, Kartoffelbrei, Rentiergulasch und Preiselbeeren vorbereitet. Auch wenn es ein bisschen komisch klingen mag schmeckt es doch verdammt gut. Das warme Essen tut nach so einem Regentag richtig gut. Am Checkpoint treffen wir auch auf einige Freiwillige die dort kochen, Stempel verteilen oder als Ersthelfer zur Verfügung stehen. Mit einer Schwedin kommen wir ins Gespräch und unterhalten uns über unsere bisherigen Erfahrungen bis wir feststellen, dass die Schwedin eigentlich aus Deutschland kommt. Die Kommunikation hätten wir auch einfacher haben können 😀 Hier treffen wir auch das Team Cariboo wieder. Dummerweise hat sich eins der Mädels am Fuß verletzt, kann aber weitergehen. Nur das Tempo verringert sich entsprechend.

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Da es am Checkpoint meist recht voll ist verabschieden wir uns bald wieder um noch ein paar Kilometer nach Sälka zu wandern. Nach einiger Zeit schlagen wir etwas abseits des Weges am vermutlich besten Zeltplatz der Welt unser Zelt auf. Es gibt weichen, ebenen Fjällboden, frisches Wasser aus dem Fluss und wegen der exponierten Lage glücklicherweise nur sehr wenige Mücken. Außerdem können wir beim Zeltaufbau schon die ersten Rentiere in der Ferne sehe die sich später immer näher an unser Zelt herantrauen sollen. Eins trägt eine große goldene Glocke am roten Lederhalsband, wir nennen ihn Rudolf.

Das Zelt aufzubauen geht uns inzwischen schon fix von der Hand und so steht unsere Einzimmerwohnung im Nu. Hier macht es sich auch bezahlt, dass ich ein paar Meter Fallschirmschnur (sog. Paracord) im Rucksack dabei habe. Unsere Shirts und Jacken können auf der improvisierten Wäscheleine aus Trekkingstöcken und Paracord einigermaßen trocknen. Wir füllen unsere Flaschen am Fluss, kochen uns ein leckeres Abendessen und genießen die letzten Sonnenstrahlen bevor wir uns in unsere Daunenschlafsäcke verziehen.

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